Browse By

Bargeldlose Zahlungssysteme an Profi Automaten

Die Idee, mit dem Handy an der Vending Automaten bezahlen zu können, ist natürlich schön. Bleibt nur die Frage: Sind die Kunden tatsächlich bereit, sich auf diese neue Zahlungssysteme einzulassen? Werden die bargeldlosen Zahlungssysteme schon morgen die Münzwechsler an Kaffeeautomaten ersetzen? Das und vieles mehr werdet ihr durch unseren heutigen Blogbeitrag herausfinden.

Barlose Zahlungssysteme sind vielmehr als nur Zahlungsoptionen

Lori Salow Marshall, Gründer und CEO der Firma BYNDL, erachtet die folgenden drei Faktoren als wichtige Bestandteile des mobilen (bargeldlosen) Zahlungssystems:

  1. Interaktion (Kunde-Gerät und Kunde-Gerät-Operator)
  2. Unterstützung
  3. Beibehaltung (engl. Retention)

Durch die Erfüllung dieser drei Funktionen erzielt der Operator (der Profi Kaffeevollautomatenbetreiber) höhere Umsätze. Das mobile Zahlungssystem ist für Operator und Hersteller eine ideale Möglichkeit, direkt mit den Kunden zu interagieren – direkt am Automaten aber auch danach (da die Bezahlung nur ein kleiner Teil der Interaktion mit den Kunden ist).

Das bargeldlose Zahlungssystem zieht Kundschaft an. Kunden bekommen für nicht erhaltene oder defekte Produkte eine Gutschrift am Verkaufsautomaten. Durch die Zahlungsmethode übers Handy können Auskünfte über die Häufigkeit der Kundenbesuche sowie Statistiken über verkaufte Produkte gewonnen werden.

Im Dezember 2013 kam eine Untersuchung der Yankee Group zu dem Ergebnis, dass sich 61 % der Befragten für mobile Zahlungssysteme entscheiden würden, wenn sie als Gegenleistung Treuepunkte oder andere Vergütungen erhielten.

Häufig ist die mobile Zahlungsmethode sicherer als das Bezahlen mit Karte, da die meisten Daten bereits im Token und nicht im Handy übersetzt worden sind, wie sich viele vielleicht vorstellen.

Starbucks setzt den neuen Trend, weil er das kann

Schätzungen gehen davon aus, dass Starbucks im Jahr 2013 durch das Zahlungssystem per Mobiltelefon Umsätze in Höhe von etwa einer Milliarde US-Dollar erzielt hat. Daraus wird ersichtlich, dass Konsumenten bereit sind, ihren Kaffee mit dem Handy zu bezahlen, sofern es eine App gibt, die mehr Funktionen bietet als nur ein reines Zahlungsmittel zu sein. Und auch große Trading-Broker haben diesen Umschwung deutlich merken können, als die Aktien gestiegen sind (siehe auch: Quelle und http://www.computerworld.com/s/article/9246069/Starbucks_hits_1B_in_mobile_payment_revenues_in_2013_analysis_says oder http://www.forbes.com/sites/quickerbettertech/2014/02/03/what-is-starbucks-brewing-for-mobile-payments/)

Vending Automaten und neue Technologien

Brad Vrabete von Intel sieht immer noch eine große Diskrepanz zwischen Vending-Industrie und neuen Technologien. Vending-Operatoren und Hersteller versuchen immer wieder Kosten zu reduzieren und wollen keine weiteren Kosten durch neue Hardware (wie z.B. neue Zahlungssysteme) verursachen. Was sie manchmal vergessen ist, dass diese Kosten nur 18 % der gesamten monatlichen Kosten ausmachen. Der Rest sind Betriebskosten. Man muss bedenken, dass Profi Kaffeevollautomaten auch ungenutzte Zeiten überbrücken müssen, wenn die Geräte bspw. offline, defekt, leer oder mit falschen Produkten befüllt worden sind. Vor allem diese Zeiten muss der Operator optimieren.

Die bargeldlose Zahlungsoption besteht aus drei Funktionen: Telemetrie, Schnittstelle und bargeldloses Zahlungssystem. Diese Funktionen laufen parallel und sind voneinander unabhängig. Manchmal benötigt man drei unterschiedliche Netzwerke zum Lesen, Überspringen oder Auswerten der Daten. Leider hat der Operator nicht die Möglichkeit, daraus Statistiken abzuleiten. Der Operator liest die Daten ab, erhält aber kein vollständiges Bild und kann diese daher nicht analysieren.

Brad Vrabete ist der Meinung, dass die Kunden trotz allem bereit sind, mit dem Handy am Verkaufsautomaten zu bezahlen. Das ist auch kein Wunder. Überlegt doch mal: Ohne das bargeldlose Zahlungssystem ist es schwierig, Kunden davon zu überzeugen, dass ein Vending-Automat kein Gerät ist, welches nur billige Produkte liefert. Dass es einen Profi Kaffeevollautomat ist, die auch interaktiv und nicht nur rein mechanisch funktioniert. Konsumenten-Erkenntnis ist sehr wichtig!

Die größten Anbieter mobiler Zahlungssysteme sind auf der Suche nach einer Lösung. Sie müssen zwei Bereiche verknüpfen: die Vending-Branche und die neuen Technologien. Es muss also eine Lösung gefunden werden, die schnell an zukünftige Geräte angepasst werden kann, ohne in neue Hard- und Software investieren zu müssen.

Warum bezahlen wir in Deutschland für unseren Kaffee immer noch im Bar?

In den USA nutzt man das mobile Zahlungssystem an Verkaufsautomaten schon seit drei Jahren. Dabei spielt jedoch nicht die Snack- und Heißgetränke-Branche die Hauptrolle – Nike- oder Beauty-Verkaufsautomaten haben das System als Erste integriert. Deren Kunden sind längst an den Online-Einkauf gewöhnt, weshalb es für sie keine Umstellung bedeutete genauso am Automaten bargeldlos zu bezahlen.

Giuseppe Peschiera, CEO von presso GPD SRL, meldet eine neue Lösung, die benutzerfreundlicher und kompatibel mit der Vending-Branche ist. Laut neuester Testergebnisse haben sie das bargeldlose System bereits in Bianchi/Vending Kaffeevollautomaten integriert; als nächstes folgen Necta-Vending-Automaten. Da auch wir Partner von Necta & Wittenborg sind, können wir uns über diese guten Nachrichten nur freuen: presso GPD hat eine neue Zahlungsmethode für Verkaufsautomaten entdeckt, die virtuelle Profile als Nutzer für Getränkeautomaten benutzt.

Operatoren der Vending-Branche schauen sich die Zahlen an

Aus Sicht des Operators basiert die Entscheidung für ein neues Zahlungssystem lediglich auf den Kosten. Wenn ein Automat Produkte geringer Margen verkauft, dann handelt es sich – bis die Kreditkartenakzeptanzfirmen, Telemetrie- und andere Anbieter ihren Teil des Kuchens abbekommen haben – längst um ein Minusgeschäft!!

Außerdem machen einen großen Teil der Konsumenten noch immer die  Senioren aus, die für bargeldlose Zahlungssysteme noch nicht bereit sind und weiterhin gern mit Münzen zahlen.

Business_Menschen_Unterschiede

Wer der erste sein will …

Andere Spezialisten sind der Meinung, dass  ein initialer Impuls in dieser Richtung benötigt wird. Die Leute müssen ihre Gewohnheiten ändern. Das werden sie nur tun, wenn sie dem neuen System vertrauen. Oder wenn es Vorteile bringt oder zusätzliche Leistungen oder es bequemer ist. Nur dann werden sie das neue bargeldlose Zahlungssystem akzeptieren und auch nutzen.

Es reicht wenn man ein- oder zweimal erfolglos eine Zahlung mit dem NFC- Sticker versucht hat oder wenn man einmal mit dem Handy bezahlen möchte, dies aber nicht klappt. In diesem Fall nimmt die Begeisterung für ein neues und modernes Zahlungssystem ab bzw. tendiert gegen Null.

Auf der anderen Seite ist die fragmentierte europäische Vending-Branche mit vielen kleinen, auf dem Cash-Modell basierenden Unternehmen mit ihrer hauptsächlich manuell betriebenen Service-Infrastruktur sehr resistent gegenüber Veränderungen.

Wann denn einen Profi Kaffeevollautomat ohne Münze?

Es wird noch lange dauern, bis die gesamte Vending-Branche (die aktuell auf Münzzahlungen basiert) auf ein komplett bargeldloses System umstellt. Starbucks oder McDonalds sind groß genug, um die neuen Zahlungssysteme in ihren Verkaufsstellen integrieren zu können. Wir können nur hoffen, dass dabei wie in einer Herde ein Schaf dem anderen folgt. Aber auch diese weltbekannten Unternehmen bieten parallel weitere Zahlungsmethoden an: per Kreditkarte und selbstverständlich in bar!

Die Umsätze müssten durch das neue bargeldlose Zahlungssystem so hoch sein, dass sich die Investition in neue Hardware lohnt. Zusätzlich müssen wir auf neue Entwicklungen der Ingenieure warten, da die Umstellung auf das neue System noch nicht ganz angepasst wurde und nicht sehr flexibel ist.

Im Moment lohnt sich diese Umstellung für folgende Verkaufsstellen: Flughäfen, Fußballarenen, Universitäten, Wellness-Zentren, Hotels und andere öffentliche Freizeitanlagen.

Masseneinführungen digitaler Zahlungsmöglichkeiten im armen Automaten-Sektor werden nur geschehen, wenn ganze Lieferantenketten gemeinsam mit  Zahlungs-Lösungsanbietern auf gleicher Augenhöhe zusammenarbeiten und die Kosten für bargeldlosen Zahlungsverkehr in der Europäischen Öffentlichkeit senken.

Was bei einer Zahlung am Verkaufsautomaten durch das bargeldlose Zahlungssystem tatsächlich stattfindet und was ihr unbedingt probieren müsst erfahrt ihr in unserem nächsten wöchentlichen Blogbeitrag. Bleibt dran!

One thought on “Bargeldlose Zahlungssysteme an Profi Automaten”

  1. Thomas says:

    Mittlerweile möchte es jeder einfach und schnell haben, so dass das Interese an bargeldlosen Bezahlsystem schon sehr groß ist. Allerdings kommen beim Thema Sicherheit doch immer wieder Fragen auf, denn jeder Nutzer will absolut sicher sein, dass die eigenen Daten geschützt sind. Einige wird das sicherlich davon abhalten, darauf zurückzugreifen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.