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Traumjob: Kaffeemann

Heute möchte ich euch jemand ganz Besonderen vorstellen: Jemanden, der mich im letzten Jahr inspiriert hat, der eine kreative Seite an mir entdeckt und mich stark unterstützt hat – meinen Partner.

Mike in Hintergrund

Kaffeemann als Beruf

Im Beruf sehe ich ihn nicht als Vorbild, sondern eher als Coach. Was ihm besonders schwer fällt ist, jemand anderem etwas über den Job zu erklären. Er hört gut und gerne zu, hat starke Nerven und lässt sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen. Aber was braucht man eigentlich für so einen Job?

„Das bin ich: euer freundlicher Kaffeemann!“

Wo auch immer er einen Ansprechpartner findet, stellt er sich mit seiner lockeren Art kurz und knapp vor. So lässt sich seine Art am besten beschreiben. Ich betrachte ihn – und bin der Meinung, dass er sich selbst auch so sieht – als besten Verkäufer dieser Branche. Das ist auch gut so: Um ein guter Verkäufer zu sein, muss man verschiedene Fähigkeiten besitzen. Dazu gehören in erster Linie Dynamik, Flexibilität und Optimismus. Über diese Eigenschaften verfügt er, denn diese braucht man auch für den Job als Kaffeemann. Denen kann ich noch einige weitere Charaktereigenschaften hinzufügen: er ist ausdauernd, stürmisch und visionär.

Telefonieren, telefonieren...

Telefonieren, telefonieren…

Traumjob: Kaffeemann

Was versteht man unter dem Begriff „Kaffeemann“?  „Ich bin wie ein Barista, aber für viele hundert Menschen am Tag“ sagt er. Meint er das ironisch? „Nein, überhaupt nicht. Ich meine das im Ernst. Jeden Tag wird mein Kaffee am Kaffeevollautomaten von hunderten Menschen – Mitarbeitern, Gästen, Patienten, Besuchern u.s.w. getrunken. Ist das nicht die gleiche Tätigkeit wie die eines Baristas, nur das dieser am Tresen bedient?“ „Das ist vielleicht ein bisschen übertrieben, findest du nicht?“, frage ich ihn. „Letztendlich wird der Kaffee maschinell erzeugt und nicht nach dem individuellen Geschmack eines jeden Einzelnen.“ füge ich hinzu.

 

Manchmal Störungen am Kaffeevollautomaten beheben.

Manchmal Störungen am Kaffeevollautomaten beheben.

„Meiner Meinung nach passe ich den Kaffeegeschmack den Vorlieben meiner Kunden an. Anders geht es nicht. Die großen Kaffeehersteller versuchen den Kaffee tonnenweise durch mich zu verkaufen und schauen sich die Umsätze an. Die großen Unternehmen suchen nach Komplett-Kaffeelösungen, um den Geschmäckern aller Mitarbeiter gerecht zu werden. Ich befinde mich dazwischen. Ich bin da, wo der Mensch ist. Ich muss genau zuhören. Schmeckt der Kaffee den Menschen wirklich? Woran liegt es, wenn er nicht schmeckt? Was erwarten die Mitarbeiter eigentlich von meinem Kaffeevollautomaten? Manche Kunden wollen die Bohnen im Automaten sehen und riechen, wie sie frisch gemahlen werden. Dann wundern sie sich, dass der Kaffee nicht so stark ist. Wollen sie starken Kaffee, benötigen sie einen Kaffeevollautomaten mit Kaffeepulver…

Häufig bekomme ich kritische Meinungen zu hören. Dafür bin ich auch dankbar, denn jedes Feedback liefert mir wichtige Informationen. Wenn die Kunden mich nicht ansprechen würden, könnte ich auch nicht herausfinden, warum am Kaffeevollautomaten weniger Getränke nachgefragt werden. Ich bin sehr geduldig mit meinen Kunden. Manchmal sind ihre Meinungen unbegründet. Als guter Psychologe bin ich auf solche Fälle vorbereitet. Nur eine kleine Änderung der Kaffeestärke am Automaten kann große Auswirkungen haben – und unsere Beziehung kommt wieder in Schwung.“

Der Job bedeutet auch viel im Auto sitzen, unterwegs sein. "Immer schön in Bewegung bleiben" ist mein Motto.

Der Job bedeutet auch viel im Auto sitzen, unterwegs sein. „Immer schön in Bewegung bleiben“ ist mein Motto.

„Welchen Beruf würdest du ausüben, wenn du nicht Kaffeemann geworden wärst?“ löchere ich ihn weiter mit meiner Neugier. „Ich weiß nicht, ich liebe meinen Job und sehe keinen Grund, mich zu verändern. Ich lasse mich einfach treiben. Es gab eine Zeit, in der ich mich als Kneipenbesitzer versucht habe. Das war sehr anstrengend. Gastronomie ist eine Branche, die nicht  unbedingt für jeden geeignet ist. Ich mag Herausforderungen und hätte das vielleicht auch noch länger machen können, aber ich wollte meinen Job als Kaffeemann nicht aufgeben und beides zusammen – Kaffee und Kneipe – können auf Dauer nicht gleichzeitig gut laufen. Also habe ich mich entschieden, die Kneipe zu verkaufen. Ich bereue es nicht. Ich bin stolz darauf, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.“

Was macht (m)einen Kaffeemann so besonders?

„Ich habe im Alter von 22 Jahren angefangen durch meinen Bruder, der damals mit Klix-Automaten gehandelt hat. Und seit 23 Jahren bin ich der Kaffeebranche treu geblieben. Für meinen Bruder gilt das mittlerweile nicht mehr.“

„Gibt es ein Geheimnis, wie man lange dabei bleiben kann?“ frage ich ihn. „Es lohnt sich in jedem Bereich, dran zu bleiben. Das ist das Geheimnis des Erfolges. Aber man muss auch flexibel sein und mit offenen Augen in die Zukunft schauen. Man muss Trends vorhersehen können. Als ich angefangen habe, war das Geschäft mit der Aufstellung und Befüllung von Klix-Automaten sehr dynamisch und hat hohe Umsätze erzielt. Ab einem gewissen Punkt war es für mich als Betriebspartner von Klix jedoch nicht mehr profitabel. Das habe ich nicht gleich erkannt und somit hat es mich Zeit und Geld gekostet. Die Klix-Automaten-Erfahrung war meine erste Lektion.

Der nächste Trend hieß Nescafé. Alle wollten auf einmal Instantkaffee trinken. Es waren verrückte Zeiten und ich war jung und ungeduldig. Ich habe nicht immer die besten Entscheidungen getroffen. Manchmal war ich zu gierig und habe viel gekauft (Note: Kaffeeautomaten), anstatt das Kapital zu investieren. Insgesamt habe ich durch Nescafé allerdings sehr viel Geld verdient. Als Nescafé die Vending-Industrie verließ, habe ich mich sofort neu orientiert. Ich hatte bereits einige gute Kunden im Portfolio und war selbst Besitzer eines Kaffeevollautomaten. So war ich in der Lage meine Umsätze beizubehalten.“

Wie lässt sich der Erfolg in dieser Branche messen?

„Du bist aber nicht so groß geworden“ versuche ich ihn zu provozieren. „Ich hatte mal Mitarbeiter, wenn du das meinst“, erklärt er. „Ich möchte das nicht mehr. Es fällt mir schwer zu akzeptieren, dass ich von meinen Mitarbeitern nicht dasselbe verlangen darf, was nur ich selbst zu leisten kann. Das schönste an meinem kleinen Unternehmen ohne Mitarbeiter ist, dass ich keine Personalverantwortung mehr habe und dass ich schnell auf Veränderungen in der Branche reagieren kann.

Zusätzlich hatte ich immer das große Glück, starke Partner an meiner Seite zu haben.“ „Meinst du MICH?“ „Dich auch“, lacht er und geht zu seiner Erklärung über: „Mars (der Klix-Automaten-Hersteller), Nestlé (Nescafé) und aktuell Maas International sind großen Namen im Kaffeegeschäft. Maas International ist zum Beispiel nicht nur auf dem Kaffeemarkt durch seine Eigenmarke sehr präsent, sondern auch überregional in der Vending-Branche sehr aktiv. Das Vending macht heutzutage ca. 80% meiner Tätigkeit aus. Das technische Knowhow von Maas International und deren Call-Center stehen mir u.a. bei Störungsmeldungen jederzeit zur Verfügung. Mit dem richtigen Partner an meiner Seite kann ich Berge versetzen und vieles erreichen. Ich fühle mich bereit wie nie.“

Neulich habe ich ihn gefragt, ob er sich etwas Besonderes für die Zukunft wünscht:

„Ja, ich wünsche mir dass ich gesund bleibe. Und ich möchte mehr Zeit für mich haben, wenn es geht. Ich weiß, dass es schwierig ist, aber man muss auch Pausen einlegen und abschalten. In der Zeit, in der man der Routine entflieht, kommen einem die besten Ideen und wenn man Glück hat die Lösungen gleich dazu, wie man diese umsetzen kann.“

Da ich ihn in letzter Zeit sehr unterstütze hoffe ich, dass er sich bald Zeit für sich selbst nehmen kann und bin schon sehr gespannt auf seine neuen Ideen. Bis dann!

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